Koordinierung der Versorgung

Hausarztzentrierte Versorgung - internationaler Forschungsstand und aktuelle Entwicklungen in Baden-Württemberg

Spätestens seit der Gesundheitsstrukturreform 1993 gibt es in Deutschland Bestrebungen, ein Modell der hausarztzentrierten Versorgung, welches durch die Lotsenfunktion von Hausärzten charakterisiert ist und eine effizientere Versorgung hinsichtlich Qualität und Kosten zum Ziel hat, zu etablieren. Das Projekt hat zum Ziel, den Forschungsstand sowie die aktuellen Entwicklungen zum Themengebiet hausarztzentrierte Versorgung in Deutschland aufzuarbeiten und darzustellen.
Methodik: Anhand einer selektiven Literaturrecherche werden nationale und internationale Daten über hausarztzentrierte Versorgungsmodelle in einer Übersicht zusammengetragen. Darüber hinaus soll beispielhaft für Baden-Württemberg die aktuelle Vertragslandschaft für hausarztentrierte Versorgungsmodelle zusammen- gestellt werden.

Kontakt:
Dr. med. Dirk Moßhammer
dirk.mosshammer@uni-tuebingen.de

Schnittstelle der haus- und betriebsärztlichen Patientenversorgung - eine Analyse anhand von Fokusgruppeninterviews

Das Tätigkeitsfeld von Betriebs- und Allgemeinmedizinern in Deutschland weist eine Reihe wichtiger Überschneidungen auf: So stellen - um nur einige Punkte zu nennen - in beiden Fällen präventive Ansätze eine wichtige Komponente der Patientenbetreuung dar. Darüber hinaus spielen für beide ärztliche Berufsgruppen die Langzeitbetreuung von Patienten und Fragestellungen wie Rehabilitation und Wiedereingliederung nach längerer Krankheit oder bei gewandeltem Leistungsvermögen eine große Rolle. Erfahrungsgemäß findet ein Austausch oder eine engere Zusammenarbeit zwischen beiden Berufsgruppen jedoch selten statt. Dieses Defizit ist auch international beschrieben worden mit Konsens über die Notwendigkeit engerer Kooperation und fachübergreifender Lehre. So scheint es nicht nur im Rahmen sich überschneidender Diagnostik und Therapie, sondern auch im Hinblick auf die mit dem demografischen Wandel verbundene, voraussichtlich zunehmende Arbeits- und Erwerbsunfähigkeitrate von großer Wichtigkeit, die Schnittstelle von Allgemein- und Betriebsmedizin zu beleuchten. Als eventuelle Gründe für mangelnde Kooperation von Haus- und Betriebsärzten werden in der Literatur berufsalltäglich-bürokratische Belange oder Konkurrenzdenken genannt. Systematisch erhobene Informationen darüber sind jedoch spärlich. Da insbesondere für Deutschland grundlegende Informationen hierzu fehlen, sollte in der geplanten Studie das Meinungsbild Angehöriger beider Berufsgruppen erhoben werden.
Ziel der Untersuchung ist es, Sichtweisen und Erfahrungen im Hinblick auf potentielle Schnittstellen der beiden Berufsgruppen, die Einstellung zur eigenen Profession sowie Optimierungsmöglichkeiten für eine Kooperation zu eruieren.
Die Studie wird in Kooperation mit dem Institut für Arbeits- und Sozialmedizin Tübingen/Kompetenzzentrum für arbeits- und sozialmedizinische Prävention und Frauengesundheit Baden-Württemberg unter der Leitung von Frau PD Dr. Monika A. Rieger durchgeführt.

Kontakt:
Dr. med. Dirk Moßhammer
dirk.mosshammer@uni-tuebingen.de

Hausärztliche Koordination der gesundheitlichen Versorgung

Für viele Menschen ist der Hausarzt der erste und wichtigste Ansprechpartner, wenn es um gesundheitliche oder medizinische Fragestellungen geht. Durch eine oftmals langjährige therapeutische Beziehung kennt dieser nicht nur die Krankengeschichte seiner Patienten sehr gut, sondern hat auch einen Einblick in deren soziales und familiales Umfeld. Dabei ist auch die Koordination der gesundheitlichen Versorgung von jeher ein zentrales Arbeitsfeld der Allgemeinmedizin. Diese Tatsache findet in den letzten Jahren zunehmend auch aus gesundheitspolitischer und gesundheitsökonomischer Perspektive Beachtung. Gegenstand dieses qualitativen Projektes ist es, die hausärztliche Koordinierungsfunktion zu evaluieren und Perspektiven zur Weiterentwicklung bzw. Verbesserung in diesem Bereich zu erarbeiten.

Kontakt:
Dominik Ose, MPH
dominik.ose@med.uni-heidelberg.de

Effektivität und Effizienz von Case Management Interventionen in der Hausarztpraxis - Eine systematische Literaturübersicht

Den Anforderungen einer sich wandelnden primärärztlichen Versorgungslandschaft in Deutschland suchen neue Versorgungskonzepte wie etwa das medizinische Case Management zu begegnen. In einigen nationalen Studien konnten für dieses Konzept positive Effekte auf Versorgungs- und Lebensqualität chronisch kranker Patienten gezeigt werden. Im Rahmen einer umfassenden systematischen Literaturübersicht werden Studien zum Hausarztpraxis-basierten Case Management identifiziert und evaluiert. Aus dieser Arbeit werden wichtige Erkenntnisse für die Gestaltung nationaler Case Management Konzepte erwartet.

Die Arbeit wird nach den PRISMA-Kriterien (Ann Intern Med 2009) erstellt. Das Reviewprotokoll wurde zur Publikation eingereicht und zur Registrierung angemeldet.

Kontakt:
Dr. med. Tobias Freund
tobias.freund@med.uni-heidelberg.de

Projekte

Hausärztliche Identität/Berufsfeld - Qualitative Projekte

Hausärztliche Identität/Berufsfeld - Quantitative Projekte

Koordinierung der Versorgung

Ausbildung

Weiterbildung

Fortbildung