Koordinierung der Versorgung

Analyse interprofessioneller Kooperation zwischen Hausärzten und Pflegediensten – am Beispiel der Wundversorgung

Hintergrund: Die Versorgungsrealität zeigt, dass bei der Kooperation zwischen Hausärzten und Pflegediensten Unsicherheiten und Probleme bestehen. Bisherige Analysen lassen vermuten, dass die Probleme an den Schnittstellen zwischen den Akteuren nicht auf eine fehlende Bereitschaft zur Zusammenarbeit zurückzuführen sind, vielmehr lassen sich strukturelle Probleme erahnen. Wenig ist bekannt über die Arten der Kooperation bzw. der Form der Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und Pflegedienst in Deutschland. Dies wird insbesondere im Bereich der Wundversorgung, im Sinne der häuslichen Krankenpflege nach SGB V, deutlich. Hier ist entlang der klassischen Versorgungsstruktur die Koordination und Kontrolle getrennt von der Durchführung und Dokumentation der Behandlung. Gleichzeitig wird gesetzlich eine „enge Zusammenarbeit“ (Richtlinientext §7) zwischen Hausarzt und Pflegedienst gefordert, für die strukturell keine Basis besteht. Wie diese Zusammenarbeit aktuell aussieht und an welcher Stelle angesetzt werden kann, ist nicht bekannt.
Ziel: Ziel des vorliegenden Projekts ist, die Kooperation zwischen Hausärzten und ambulant Pflegenden am Beispiel der Wundversorgung zu untersuchen.
Methode: Problemzentrierte Interviews mit Hausärzten und PflegedienstleiterInnen von ambulanten Pflegediensten.

Kontakt:
Dr. Cornelia Mahler
cornelia.mahler@med.uni-heidelberg.de
 

"InteraKtion" – eine qualitative Studie zur Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten

Hintergrund: Die koordinierte Zusammenarbeit zwischen Haus- und Facharzt ist ein wesentlicher Faktor für die Behandlungsqualität. Jedoch stellt die Kooperation die Ärzte im ambulanten Sektor oftmals vor Herausforderungen. Es gibt bisher keine Untersuchungen darüber, wie Hausärzte die Empfehlungen von fachärztlichen Kollegen handhaben und wie sich dieses Empfehlungsverhalten auf die Kooperation und Versorgungsqualität des Patienten auswirkt. Vor diesem Hintergrund wurde die Studie „InteraKtion“ des Kompetenzzentrums Baden-Württemberg geplant.
Ziel: Exploration von Erfahrungen und Sichtweisen von Hausärzten zur Zusammenarbeit mit Fachärzten mit Schwerpunkt auf dem Überweisungsvorgang.
Methodik: Es werden Einzelinterviews mit Allgemeinmedizinern in Heidelberg, Tübingen und Ulm durchgeführt. Die Analyse erfolgte mit Hilfe der Computersoftware ATLAS.ti nach der Qualitativen Inhaltsanalyse von P. Mayring.

Kontakt:
Kooperationsprojekt Heidelberg (R. Bölter / I. Natanzon,), Ulm (D. Gröber-Grätz), Tübingen (D. Moßhammer)
 

Veränderungen der Medikation durch Hausärzte nach Krankenhausentlassung

Hintergrund: Nach einem Krankenhausaufenthalt kommt es häufig zu einer Änderung der Medikation. Die Therapieempfehlungen im „Entlassungsbrief“ sind die Grundlage nach denen der Hausarzt über das weitere Vorgehen entscheidet. Es gibt bisher wenig Studien, inwieweit diese Empfehlungen von Hausärzten eingehalten werden.
Ziel: Ziel der Studie ist es zu untersuchen, wie häufig Medikamentenverschreibungen nach Krankenhausentlassung durch den Hausarzt beibehalten oder verändert werden. Identifiziert werden sollen Gründe für Änderungen oder das Beibehalten der Medikation.
Methode: Qualitative Studie mit Patienten einer internistischen Station. Analyse der Medikation im Entlassungsbriefe einerseits sowie Feststellen der fortgeführten Medikation durch Interviews mit Patienten und deren Hausärzten andererseits.

Kontakt:
Dr. Dagmar Gröber-Grätz
dagmar.groeber-graetz@uni-ulm.de
 

Therapeutische Lokalanästhesie/Neuraltherapie – systematisches Review

Hintergrund: Neuraltherapie ist das am häufigsten eingesetzte Verfahren aus dem Bereich der Komplementärmedizin in deutschen Hausarztpraxen. Auch in anderen mitteleuropäischen Ländern und in Südamerika findet diese Therapie breite Anwendung. Die Injektionen mit Lokalanästhetika (u.a. Procain, Lidocain) werden zur Behandlung akuter und chronischer Schmerzen bei einer Vielzahl von Erkrankungen durchgeführt, vornehmlich jedoch als sogenanntes „Quaddeln“ im Bereich des Rückens in der Primärversorgung von Patienten mit Rückenschmerzen. Aussagen zur Wirksamkeit und zum Nebenwirkungsspektrum dieser Intervention sind jedoch spärlich. Die Studienlage ist aufgrund unterschiedlicher Begrifflichkeiten, verschiedener Substanzen und Injektionstechniken sowie des vielfältigen Indikationsspektrums sehr unübersichtlich. Klare Aussagen hinsichtlich Wirksamkeit und möglicher Nebenwirkungen fehlen bisher aus diesem Grund.
Ziel und Methode: Ziel der vorliegenden Recherche ist es, die Datenlage zur Therapie mit Lokalanästhetika bei akuten und chronischen Erkrankungen bezüglich verschiedener Endpunkte im Rahmen eines Reviews/Meta-Analyse transparent zu machen.

Kontakt:
Dr. med. Dirk Moßhammer
dirk.mosshammer@uni-tuebingen.de
 

Assoziationen von Hausärztinnen und Hausärzten zu „muslimischen Patientinnen und Patienten"

Hintergrund: In Deutschland leben ca. 4,5 Millionen Muslime. Insgesamt ist die Gruppe nicht homogen. Immer häufiger haben Ärzte/-innen mit Patienten/-innen dieses Kultur- bzw. Religionskreises zu tun. Deshalb wollten wir einen Eindruck über die Vorstellungen erhalten, die deutsche Hausärzte/-innen zu muslimischen Patientinnen und Patienten haben.
Ziel und Methode: Ziel des Projektes ist im Rahmen eines Brainwriting mit Hausärzten die Gewinnung eines ersten Eindruckes zu Erfahrungen, Haltungen, möglicher Stereotypenbildung, um die Basis für eine weitere Evaluation, auch quantitativer Art schaffen, darauf aufbauend Zusammenhänge transparent zu machen und gegebenenfalls Handlungsbedarfe arzt- und patientenseitig aufzuzeigen.

Kontakt:
Dr. Andrea Kronenthaler
andrea.kronenthaler@uni-tuebingen.de
 

Hausarztzentrierte Versorgung - internationaler Forschungsstand und aktuelle Entwicklungen in Baden-Württemberg

Spätestens seit der Gesundheitsstrukturreform 1993 gibt es in Deutschland Bestrebungen, ein Modell der hausarztzentrierten Versorgung, welches durch die Lotsenfunktion von Hausärzten charakterisiert ist und eine effizientere Versorgung hinsichtlich Qualität und Kosten zum Ziel hat, zu etablieren. Das Projekt hat zum Ziel, den Forschungsstand sowie die aktuellen Entwicklungen zum Themengebiet hausarztzentrierte Versorgung in Deutschland aufzuarbeiten und darzustellen.
Methodik: Anhand einer selektiven Literaturrecherche werden nationale und internationale Daten über hausarztzentrierte Versorgungsmodelle in einer Übersicht zusammengetragen. Darüber hinaus soll beispielhaft für Baden-Württemberg die aktuelle Vertragslandschaft für hausarztentrierte Versorgungsmodelle zusammen- gestellt werden.

Kontakt:
Dr. med. Dirk Moßhammer
dirk.mosshammer@uni-tuebingen.de
 

Schnittstelle der haus- und betriebsärztlichen Patientenversorgung - eine Analyse anhand von Fokusgruppeninterviews

Das Tätigkeitsfeld von Betriebs- und Allgemeinmedizinern in Deutschland weist eine Reihe wichtiger Überschneidungen auf: So stellen - um nur einige Punkte zu nennen - in beiden Fällen präventive Ansätze eine wichtige Komponente der Patientenbetreuung dar. Darüber hinaus spielen für beide ärztliche Berufsgruppen die Langzeitbetreuung von Patienten und Fragestellungen wie Rehabilitation und Wiedereingliederung nach längerer Krankheit oder bei gewandeltem Leistungsvermögen eine große Rolle. Erfahrungsgemäß findet ein Austausch oder eine engere Zusammenarbeit zwischen beiden Berufsgruppen jedoch selten statt. Dieses Defizit ist auch international beschrieben worden mit Konsens über die Notwendigkeit engerer Kooperation und fachübergreifender Lehre. So scheint es nicht nur im Rahmen sich überschneidender Diagnostik und Therapie, sondern auch im Hinblick auf die mit dem demografischen Wandel verbundene, voraussichtlich zunehmende Arbeits- und Erwerbsunfähigkeitrate von großer Wichtigkeit, die Schnittstelle von Allgemein- und Betriebsmedizin zu beleuchten. Als eventuelle Gründe für mangelnde Kooperation von Haus- und Betriebsärzten werden in der Literatur berufsalltäglich-bürokratische Belange oder Konkurrenzdenken genannt. Systematisch erhobene Informationen darüber sind jedoch spärlich. Da insbesondere für Deutschland grundlegende Informationen hierzu fehlen, sollte in der geplanten Studie das Meinungsbild Angehöriger beider Berufsgruppen erhoben werden.
Ziel der Untersuchung ist es, Sichtweisen und Erfahrungen im Hinblick auf potentielle Schnittstellen der beiden Berufsgruppen, die Einstellung zur eigenen Profession sowie Optimierungsmöglichkeiten für eine Kooperation zu eruieren.
Die Studie wird in Kooperation mit dem Institut für Arbeits- und Sozialmedizin Tübingen/Kompetenzzentrum für arbeits- und sozialmedizinische Prävention und Frauengesundheit Baden-Württemberg unter der Leitung von Frau PD Dr. Monika A. Rieger durchgeführt.

Kontakt:
Dr. med. Dirk Moßhammer
dirk.mosshammer@uni-tuebingen.de
 

Effektivität und Effizienz von Case Management Interventionen in der Hausarztpraxis - Eine systematische Literaturübersicht

Den Anforderungen einer sich wandelnden primärärztlichen Versorgungslandschaft in Deutschland suchen neue Versorgungskonzepte wie etwa das medizinische Case Management zu begegnen. In einigen nationalen Studien konnten für dieses Konzept positive Effekte auf Versorgungs- und Lebensqualität chronisch kranker Patienten gezeigt werden. Im Rahmen einer umfassenden systematischen Literaturübersicht werden Studien zum Hausarztpraxis-basierten Case Management identifiziert und evaluiert. Aus dieser Arbeit werden wichtige Erkenntnisse für die Gestaltung nationaler Case Management Konzepte erwartet.

Die Arbeit wird nach den PRISMA-Kriterien (Ann Intern Med 2009) erstellt. Das Reviewprotokoll wurde zur Publikation eingereicht und zur Registrierung angemeldet.

Kontakt:
Dr. med. Tobias Freund
tobias.freund@med.uni-heidelberg.de

Projekte

Hausärztliche Identität/Berufsfeld - Qualitative Projekte

Hausärztliche Identität/Berufsfeld - Quantitative Projekte

Koordinierung der Versorgung

Ausbildung

Weiterbildung

Fortbildung