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Fortbildung
Evaluation einer spezifischen feedbackorientierten Coaching-Methode zur Optimierung ärztlicher Kompetenzen bei der Einbeziehung von Patienten mit Diabetes-Erkrankungen bei medizinischen Entscheidungen in der hausärztlichen Versorgung
Hintergrund: Studien auch im hausärztlichen Bereich zeigen, dass Patienten nur in geringem Ausmaß in die medizinische Entscheidungsfindung einbezogen werden. Fortbildungsmaßnahmen bei Ärzten und die Bereitstellung evidenzbasierter Patienteninformationen sind Strategien zur Implementierung des Ansatzes der Patientenbeteiligung bei medizinischen Entscheidungen (Partizipative Entscheidungsfindung, PEF) in die Versorgung. Obwohl unterschiedliche Trainingsstrategien bereits umgesetzt wurden, existiert bisher weder ein standardisiertes noch ein
weithin akzeptiertes Modell zur Fortbildung ärztlicher Kompetenzen in PEF. Mit dem Ansatz des Coachings als einer strukturierten und individuellen Methode der Verhaltensmodifikation und der Kompetenzentwicklung wird ein Konzept zum individuellen und feedbackgestützten Ärzte-Training entwickelt, umgesetzt und evaluiert.
Ziel: Ziel des Projektes ist die Überarbeitung, Anpassung und Nutzung des Coaching-Ansatzes für das Training von PEF-spezifischen ärztlichen Kompetenzen und die Evaluation dieses Konzeptes in einer randomisierten kontrollierten Studie zur hausärztlichen Versorgung des Diabetes Mellitus Typ II.
Fragestellung: Welche Effekte sind mit einem individuellen feedbackorientierten Coaching-Ansatz zur Förderung von PEF-Kompetenzen in der hausärztlichen Versorgung des Diabetes mellitus Typ II zu erreichen?
Methoden und Arbeitsschritte: Das Studienziel wird in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten im Zeitraum von 2 Jahren verfolgt. Nach der Adaptation des Coaching-Ansatzes auf das PEF-Konzept und die Entwicklung eines entsprechenden didaktischen Vorgehens werden Experten-Workshops mit Ärzten und Diabetes-Patienten im Rahmen einer Pilotstudie durchgeführt. Danach erfolgen die Positionierung der Studie, die Gewinnung der hausärztlichen Praxen, die Einbeziehung der Patienten, die Datenerhebung mittels tonbandprotokollierter Konsultationen, die Datenauswertung und die daraus abzuleitenden Informationen für das individuelle Coaching auf der Basis der in den Konsultationen belegten PEF-Kompetenzen. Nach der Randomisierung erhalten die Ärzte der Interventionsgruppe das PEF-spezifische Coaching in 2 aufeinander folgenden Trainingsschritten. Abschließend wird sowohl in der Interventions- als auch in der Kontrollgruppe eine erneute Datenerhebung durchgeführt.
Stichprobe und Untersuchungsdesign: 12 Hausarztpraxen in Südbaden werden einbezogen. Jede Praxis wird zu jedem Erhebungszeitpunkt 10 Patienten mit Diabetes mellitus Typ II einbeziehen (2 Erhebungszeitpunkte in der Kontrollgruppe, 3 Erhebungszeitpunkte in der Interventionsgruppe). Es ergibt sich eine Gesamt-Patienten-Stichprobe von 300 Patienten (120 Kontrollgruppe, 180 Interventionsgruppe).
Intervention: Jeder Arzt der Interventionsgruppe wird zwei Trainingstermine erhalten, den ersten nach der Baseline-Datenerhebung, den zweiten nach der ersten Wiederholungsmessung in den Praxen der Interventionsgruppe. Zu Trainingszwecken wird den Ärzten das in den tonbandprotokollierten Konsultationen erhobene und ausgewertete Ausmaß an Patientenbeteiligung bei der medizinischen Entscheidungsfindung zurückgemeldet und entsprechend dem individuellen Bedarf ein präferenzbasiertes Coaching angeboten.
Messinstrumente: OPTION, ein Verfahren zur standardisierten Fremdbeobachtung der Einbeziehung von Patienten bei medizinischen Entscheidungen, Konsultationszeit in den Handlungsschritten der Partizipativen Entscheidungsfindung, Klinische Daten zum Diabetes Mellitus Typ II, Soziodemographie.
Zu dem Thema wurde eine Doktorarbeit vergeben.
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